
Nur Mut...
... was soll schon schief gehen?
Die ersten Seiten im Bullet Journal – keine Angst vorm ersten Strich 😂
Da liegt es also: dein neues Bullet Journal. Noch völlig unberührt, keine einzige Seite ist geknickt, kein Strich ist schief und nicht einmal der kleinste Tintenklecks hat sich hineingeschlichen.
Und genau deshalb kann dieser erste Strich plötzlich erstaunlich schwierig werden. 😂
Man sitzt davor, hat eigentlich hundert Ideen im Kopf und denkt trotzdem: Was mache ich denn jetzt auf die allererste Seite? Schließlich möchte man das schöne neue Buch nicht direkt „versauen“.
Die wichtigste Sache deshalb gleich am Anfang: Du kannst dein Bullet Journal nicht mit der ersten Seite ruinieren. Es wird sowieso irgendwann schiefe Linien, Schreibfehler, durchgedrückte Stifte und Seiten geben, die dir weniger gefallen. Genau dadurch wird es aber dein Journal.
Trotzdem gibt es ein paar typische Seiten, mit denen viele Bullet Journals beginnen. Einige davon stammen aus dem klassischen Bullet-Journal-System, andere haben sich mit der Zeit einfach eingebürgert. Welche davon du tatsächlich brauchst, entscheidest du selbst.
📖 Die allererste Seite – wem gehört dieses BuJo?
Für die wirklich erste Seite finde ich eine kleine Besitz- oder Startseite besonders sinnvoll. Hier kannst du deinen Namen eintragen und festhalten, wann du dieses Bullet Journal begonnen hast.
Zum Beispiel ganz schlicht:
Dieses Bullet Journal gehört Brina
Gestartet: August 2026
Beendet: __________
Das Enddatum bleibt natürlich zunächst frei und wird erst eingetragen, wenn dein Journal irgendwann voll ist oder du in ein neues wechselst.
Das klingt zunächst vielleicht nach einer ziemlich unspektakulären Information, ist später aber überraschend praktisch. Wenn du irgendwann mehrere Bullet Journals im Regal stehen hast, kannst du sofort erkennen, welchen Zeitraum das jeweilige Buch umfasst. Du musst dann nicht erst fünf Journals durchblättern, um herauszufinden, in welchem davon du beispielsweise Weihnachten 2026 geplant hast. 😂
Wenn du möchtest, kannst du zusätzlich eine Kontaktmöglichkeit eintragen, falls du dein Journal einmal irgendwo liegen lässt und ein ehrlicher Finder es dir zurückgeben möchte.
Gestalterisch darf diese Seite natürlich alles sein. Du kannst deinen Namen groß schreiben, Doodles hinzufügen, Sticker oder Washi Tape benutzen oder ein schönes Zitat ergänzen. Du kannst aber genauso gut einfach deinen Namen und das Datum hinschreiben und umblättern.
Schön ist erlaubt. Einfach aber genauso.
🗝️ Der Key – was bedeuten eigentlich all diese Zeichen?
Wenn du dich schon ein bisschen mit Bullet Journaling beschäftigt hast, bist du wahrscheinlich irgendwann über den Begriff Key gestolpert.
„Key“ bedeutet übersetzt eigentlich „Schlüssel“. Im Bullet Journal ist damit eine Legende für deine verwendeten Zeichen und Symbole gemeint.
Im ursprünglichen Bullet-Journal-System werden nämlich verschiedene kleine Symbole benutzt, damit du auf einen Blick erkennst, ob etwas eine Aufgabe, ein Termin oder lediglich eine Notiz ist. Eine Aufgabe kann beispielsweise mit einem Punkt beginnen und später mit einem Kreuz als erledigt markiert werden. Ein anderes Zeichen kann bedeuten, dass eine Aufgabe auf einen anderen Tag verschoben wurde.
Natürlich kannst du dir auch deine ganz eigenen Zeichen überlegen. Vielleicht benutzt du ein Ausrufezeichen für besonders wichtige Dinge, einen Stern für etwas, das du nicht vergessen möchtest, oder ein kleines Herz für persönliche Einträge.
Gerade am Anfang würde ich es allerdings nicht übertreiben.
Wenn du dir zwölf verschiedene Zeichen ausdenkst und drei Tage später jedes Mal auf deiner Key-Seite nachsehen musst, ob das kleine Dreieck jetzt „wichtig“, „verschoben“ oder „unbedingt Katzenfutter kaufen“ bedeutet, hilft dir das System nicht mehr besonders viel. 😂
Ein paar einfache Zeichen reichen vollkommen aus.
Und wenn du grundsätzlich lieber mit kleinen Kästchen vor deinen Aufgaben arbeitest und sowieso weißt, was deine Symbole bedeuten, kannst du die Key-Seite auch komplett weglassen.
📑 Der Index – das Inhaltsverzeichnis deines BuJos
Ein weiterer Begriff, der einem beim Bullet Journaling sehr schnell begegnet, ist der Index.
Das klingt komplizierter, als es ist, denn ein Index ist nichts anderes als das Inhaltsverzeichnis deines Bullet Journals.
Viele Bullet Journals haben deshalb bereits vorgedruckte Seitenzahlen. Wenn du beispielsweise auf Seite 18 eine Bücherliste anlegst, kannst du vorne in deinem Index einfach „Bücherliste – Seite 18“ eintragen. Monate, besondere Listen, Tracker oder andere Seiten, die du später wiederfinden möchtest, bekommen dort ebenfalls ihren Platz.
Am Anfang denkt man meistens noch: Ach, das finde ich später schon wieder.
Ja.
Natürlich.
Und drei Monate später sitzt man da, blättert zum siebten Mal durch 130 Seiten und murmelt: Ich WEISS doch, dass diese Liste irgendwo hier drin ist! 😂
Genau das soll der Index verhindern.
Wenn dein Journal keinen vorgedruckten Index besitzt, kannst du einfach zwei oder drei Seiten dafür reservieren. Du musst dabei übrigens nicht jede einzelne Wochenübersicht eintragen. Der Index soll dir helfen, wichtige Dinge wiederzufinden und nicht selbst zu einer zusätzlichen Aufgabe werden.
Und auch hier gilt: Wenn du merkst, dass du ihn überhaupt nicht benutzt, darfst du ihn beim nächsten Journal einfach weglassen.
📅 Der Future Log – Termine, für die es noch gar keine Seite gibt
Der Future Log gehört zu den klassischen Elementen eines Bullet Journals. Übersetzen könnte man ihn ungefähr mit Zukunftsübersicht.
Seine Aufgabe versteht man am besten an einem Beispiel.
Angenommen, du befindest dich gerade im August und bekommst einen Zahnarzttermin für November. Deine November-Seiten existieren aber noch überhaupt nicht, weil du dein Bullet Journal immer nur Monat für Monat vorbereitest.
Wohin also mit dem Termin?
Genau dafür gibt es den Future Log.
Dort hast du mehrere zukünftige Monate auf wenigen Seiten zusammengefasst und kannst Termine, Geburtstage, Urlaube oder andere Dinge eintragen, die erst später wichtig werden. Wenn du irgendwann deine November-Seiten erstellst, schaust du in deinen Future Log und übernimmst die entsprechenden Termine in deinen neuen Monat.
Wie groß diese Übersicht sein muss, hängt davon ab, wie du dein Bullet Journal verwendest. Manche legen gleich zwölf Monate an, andere nur sechs. Wenn du dein BuJo beispielsweise ohnehin nur für ungefähr ein halbes Jahr benutzt, brauchst du natürlich keine riesige Jahresplanung.
Und wenn dein Handy sowieso dein heiliger Terminkalender ist und du dort alles langfristig einträgst, darfst du auch ganz frech sagen: Brauche ich nicht.
🗓️ Year at a Glance – einmal das ganze Jahr anschauen
Neben dem Future Log findet man häufig noch eine Seite mit der Überschrift Year at a Glance. Auf Deutsch bedeutet das schlicht „Das Jahr auf einen Blick“.
Diese Seite ist eher ein kleiner Jahreskalender. Meistens werden alle zwölf Monate kompakt dargestellt, damit du schnell nachsehen kannst, auf welchen Wochentag ein bestimmtes Datum fällt oder wie die Wochenenden liegen.
Du kannst dort natürlich auch Urlaub, Geburtstage, Feiertage oder andere wichtige Tage markieren.
Future Log und Year at a Glance sind also nicht dasselbe: Die Jahresübersicht zeigt dir hauptsächlich den Kalender, während der Future Log Platz für zukünftige Termine und Notizen bietet.
Du brauchst trotzdem nicht zwingend beides. Wenn dir eine einzige Jahresübersicht genügt, ist das völlig in Ordnung.
🎂 Geburtstage und andere wichtige Termine
Viele Bullet Journals haben vorne außerdem eine Seite für Geburtstage und wiederkehrende Termine.
Das kann wirklich praktisch sein, weil diese Informationen nicht jeden Monat neu zusammengesucht werden müssen. Du kannst beispielsweise jedem Monat einen kleinen Bereich geben und dort die entsprechenden Geburtstage eintragen.
Eine solche Seite kann später sogar von Bullet Journal zu Bullet Journal mitwandern. Wenn dein aktuelles Buch voll ist, überträgst du die wichtigen Daten einfach in das nächste.
Ähnlich funktioniert eine Seite für andere wiederkehrende Dinge wie Jahrestage, Versicherungen, TÜV, wichtige Fristen oder was auch immer in deinem Leben regelmäßig eine Rolle spielt.
🎯 Goals – muss ich jetzt auch noch Lebensziele haben?
Auch eine Goals-Seite findet man häufig am Anfang eines Bullet Journals. „Goals“ bedeutet schlicht Ziele.
Und nein, du musst jetzt nicht plötzlich zwölf Lebensziele, fünf Karriereziele und einen ausgefeilten Fünfjahresplan entwickeln, nur weil du dir ein Notizbuch gekauft hast. 😂
Eine Zielseite kann genauso gut ganz klein sein. Vielleicht möchtest du in diesem Jahr mehr lesen, ein bestimmtes Projekt fertigstellen, Geld für etwas sparen oder regelmäßig etwas Kreatives machen.
Wenn Ziele für dich motivierend sind, ist eine solche Seite schön. Wenn sie bei dir eher dafür sorgt, dass du jedes Mal beim Aufschlagen ein schlechtes Gewissen bekommst, weil du deine 38 neuen Gewohnheiten immer noch nicht umgesetzt hast, lass sie weg.
Das Bullet Journal arbeitet schließlich für dich – nicht andersherum.
📚 Collections – und plötzlich sammelt man alles
Dann gibt es noch die sogenannten Collections. Das englische Wort bedeutet ganz einfach Sammlungen.
Eine Collection ist eine Seite oder Doppelseite, auf der du Informationen zu einem bestimmten Thema sammelst. Das kann eine Bücherliste sein, eine Wunschliste, eine Sammlung deiner Lieblingsrezepte, Geschenkideen, Reiseziele, Filme, Serien, Sparziele oder eine Liste mit Dingen, die du irgendwann ausprobieren möchtest.
Und hier passiert gerade bei Anfängern häufig etwas, das eigentlich völlig unnötig ist: Man versucht schon vor dem eigentlichen Start zu überlegen, welche Collections man im nächsten halben Jahr brauchen könnte.
Dann werden vorsichtshalber zehn Seiten reserviert.
Und sechs Monate später sind davon sieben immer noch leer. 😂
Deshalb mein Tipp: Lege Collections erst dann an, wenn du sie tatsächlich brauchst.
Sie müssen nämlich überhaupt nicht vorne im Journal stehen. Du kannst mitten im November plötzlich auf die Idee kommen, eine Weihnachtsgeschenke-Liste anzulegen. Dann kommt sie einfach auf die nächste freie Seite und wird anschließend im Index eingetragen.
Genau dafür ist das System schließlich gedacht.
🤔 Aber wie ordne ich meine ersten Seiten denn nun an?
Wenn du wirklich noch nie ein Bullet Journal geführt hast und gerade einfach wissen möchtest, wie du anfangen kannst, würde ich es unkompliziert halten.
Ganz vorne kommt deine Besitzseite mit deinem Namen sowie Start- und Enddatum. Danach kannst du einen Key anlegen, falls du mit verschiedenen Symbolen arbeiten möchtest. Anschließend reservierst du etwas Platz für deinen Index. Danach können eine Jahresübersicht und ein Future Log folgen.
Und dann würde ich tatsächlich aufhören, Seiten auf Vorrat vorzubereiten.
Du musst nämlich nicht erst zwanzig perfekte Seiten gestalten, bevor dein eigentliches Bullet Journal beginnen darf.
Nach diesen grundlegenden Startseiten kannst du direkt mit deinem ersten Monat weitermachen.
Vielleicht stellst du nach ein paar Wochen fest, dass du unbedingt eine Bücherliste möchtest. Dann bekommt sie die nächste freie Seite. Vielleicht möchtest du irgendwann einen Habit Tracker ausprobieren. Dann machst du einen. Vielleicht merkst du nach drei Monaten, dass du Habit Tracker ganz furchtbar findest.
Dann machst du eben keinen mehr. 😂
Genau das ist einer der größten Vorteile eines Bullet Journals: Es entwickelt sich mit dir.
😱 Und was ist, wenn ich mich direkt auf Seite 1 verschreibe?
Dann hast du dich verschrieben. Mehr passiert tatsächlich nicht. 😂
Du kannst das falsche Wort durchstreichen, einen Sticker darüberkleben, Washi Tape benutzen, ein kleines Doodle daraus machen oder den Fehler einfach stehen lassen.
Vor allem solltest du nicht anfangen, dein schönes neues Journal wochenlang unangetastet herumliegen zu lassen, weil du auf die perfekte Idee für die perfekte erste Seite wartest.
Die Wahrscheinlichkeit ist nämlich ziemlich groß, dass du nach zwanzig oder dreißig benutzten Seiten überhaupt nicht mehr darüber nachdenkst, ob der erste Schriftzug einen Millimeter zu weit links stand.
Und irgendwann ist vielleicht genau diese erste, etwas unbeholfene Seite diejenige, die du besonders gerne anschaust.
Denn dort siehst du, wie und wo du angefangen hast.
❤️ Dein BuJo muss nicht perfekt anfangen
Das vielleicht Wichtigste für deine ersten Seiten ist deshalb gar keine bestimmte Übersicht.
Es ist die Erkenntnis, dass du nicht alles vorher wissen musst.
Du weißt noch nicht, welche Tracker dir gefallen werden. Du weißt noch nicht, wie viel Platz du für eine Woche brauchst. Vielleicht liebst du später aufwendige Monatsseiten – oder du stellst fest, dass dir ein schwarzer Stift und fünf Minuten vollkommen reichen.
All das findest du erst heraus, wenn du dein Bullet Journal tatsächlich benutzt.
Also schreib deinen Namen auf die erste Seite. Trag das Startdatum ein. Lass irgendwo ein kleines Feld für das spätere Enddatum.
Und dann mach diesen verdammten ersten Strich. 😂❤️
Denn ein Bullet Journal mit schiefen Linien, kleinen Fehlern, vollgekritzelten Seiten und echten Erinnerungen ist am Ende sehr viel schöner als ein perfektes, leeres Buch.