Kritzelbasics - Linien

Lineaturen erklärt

Linien..Punkte..Karriert - ?!

Wenn du dein erstes Bullet Journal aufschlägst, begegnen dir wahrscheinlich ziemlich schnell diese kleinen Punkte.
Überall. Punkte.

Und vielleicht denkst du dir erstmal:

„Okay … und was mache ich jetzt damit?“ 😂

Keine Sorge. Die Punkte sind nicht irgendeine geheime Bullet-Journal-Sprache, die alle außer dir verstanden haben. Sie sind schlicht und einfach eine Orientierungshilfe. Eigentlich sind sie wie kariertes Papier – nur viel unauffälliger.

Du kannst dich an ihnen orientieren, Linien gerade ziehen, Abstände abzählen, Kästchen bauen und deine Seite aufteilen. Sobald dein Layout fertig ist, treten die Punkte optisch aber schön in den Hintergrund.

Und genau deshalb ist das sogenannte Dotted Grid im Bullet Journaling so beliebt.

Blanko, liniert, kariert oder gepunktet?

Grundsätzlich kannst du dein Bullet Journal auf jedem Papier führen.
Es gibt keine BuJo-Polizei, die nachts vorbeikommt und kontrolliert, ob du auch wirklich Punkte benutzt. 😅

Trotzdem haben die verschiedenen Lineaturen ihre Vor- und Nachteile.
 

1. Blanko - Komplett freie Fläche

Blanko bedeutet ganz einfach: Nichts. Nada. Weiße Seite.

Keine Linien, keine Kästchen und keine Punkte.

Das sieht wunderschön sauber aus und bietet dir maximale Freiheit. Gerade für Zeichnungen, Doodles, Lettering oder sehr kreative Seiten kann Blankopapier richtig toll sein. Für Anfänger kann genau diese Freiheit allerdings auch ziemlich gemein sein.
Denn plötzlich soll eine Linie gerade werden. Oder fünf Kästchen sollen ungefähr gleich groß sein. 
Oder eine Überschrift soll tatsächlich in der Mitte landen. Und dann sitzt man da mit Lineal, Bleistift und leichtem Hass auf die weiße Seite. 😂

Blanko eignet sich besonders für:

  • Zeichnungen und Doodles
  • Lettering
  • Skizzen
  • sehr freie Layouts
  • Menschen, die Raster eher störend finden

Wenn du gerne ordentlich und symmetrisch arbeitest, musst du auf Blankopapier allerdings deutlich mehr ausmessen.
 

2. Liniert – der Klassiker zum Schreiben

Linierte Seiten kennst du wahrscheinlich noch aus der Schule. Für Tagebuchtexte, Notizen und längere Einträge sind Linien natürlich super praktisch. Du kannst einfach losschreiben und alles bleibt halbwegs gerade. Für typische Bullet-Journal-Layouts sind sie aber etwas weniger flexibel. Möchtest du beispielsweise einen Wochenplan mit mehreren Spalten bauen, helfen dir die horizontalen Linien zwar bei der Höhe – bei der Breite musst du trotzdem messen. Außerdem bleiben die Linien später sichtbar und können Zeichnungen oder kreative Layouts optisch etwas stören.

Liniert eignet sich besonders für:

  • Journaling
  • Tagebucheinträge
  • lange Texte
  • Notizen
  • einfache To-do-Listen

Für sehr kreative oder stark unterteilte BuJo-Seiten wäre es persönlich nicht meine erste Wahl.
 

3. Kariert – maximale Orientierung

Karierte Seiten sind im Grunde die sehr deutliche Variante des Dotted Grids. Du hast ein vollständiges Raster und kannst wunderbar zählen: 1 Kästchen, 2 Kästchen, 3 Kästchen … fertig.

Gerade für Tabellen, Tracker und sehr strukturierte Seiten ist kariertes Papier deshalb richtig praktisch.

Der Nachteil? Du siehst das Raster eben auch. Und zwar überall.

Bei fertigen Seiten können die vielen Linien ziemlich präsent wirken und gerade Doodles, Letterings oder dekorative Elemente etwas unruhiger aussehen lassen.

Kariert eignet sich besonders für:

  • Tracker
  • Tabellen
  • strukturierte Wochenübersichten
  • Listen
  • Diagramme
  • sehr genaue Layouts

Wenn dich sichtbare Hilfslinien nicht stören, spricht überhaupt nichts dagegen, ein Bullet Journal mit karierten Seiten zu benutzen.
 

4. Dotted Grid – irgendwo zwischen blanko und kariert

Und dann kommen unsere Punkte. ❤️Dotted Grid bedeutet zunächst nichts anderes als: Punktraster.

Statt vollständiger Linien befinden sich in regelmäßigen Abständen kleine Punkte auf dem Papier. Verbindest du sie gedanklich miteinander, entsteht eigentlich ein ganz normales kariertes Raster. Nur eben ohne die störenden Linien.

Das ist der große Vorteil:

  • Beim Gestalten siehst du das Raster.
  • Beim Betrachten der fertigen Seite fällt es kaum noch auf.
  • Du bekommst also die Orientierung von kariertem Papier und gleichzeitig ein bisschen das freie Gefühl einer Blankoseite.

Genau deshalb hat sich Dotted Grid beim Bullet Journaling so stark durchgesetzt.
 

5. Wie groß ist ein Dotted Grid?

Hier wird es interessant, denn:

Dotted Grid ist nicht automatisch immer 5 mm.

Die Angabe beschreibt zunächst nur, dass Punkte in einem regelmäßigen Raster angeordnet sind. 
Sehr häufig findest du: 

  • 5-mm-Dot-Grid. 
    Das ist wahrscheinlich die bekannteste Variante bei Bullet Journals.
    Von einem Punkt zum nächsten sind es 5 mm bzw. 0,5 cm. Zwei Rasterabstände ergeben also 1 cm.
    Das lässt sich wunderbar rechnen und bietet genug Platz zum Schreiben, ohne dass das Raster riesig wird.
     
  • 4-mm-Dot-Grid
    Hier liegen die Punkte nur 4 mm bzw. 0,4 cm auseinander.Dadurch bekommst du mehr Rasterfelder auf eine Seite.
    Praktisch, wenn du: klein schreibst, viele Informationen unterbringen möchtest, kompakte Tracker magst, kleine Kästchen bevorzugst. Für große Handschrift kann ein 4-mm-Raster allerdings ziemlich fummelig werden.
     
  • 6-mm-Dot-Grid
    Bei 6 mm bzw. 0,6 cm Abstand wird alles etwas großzügiger. Das kann angenehm sein, wenn du größer schreibst oder deine Seiten weniger vollpacken möchtest. Dafür passen natürlich weniger Rasterfelder auf eine Seite.
     

6. Andere Rastergrößen

Je nach Hersteller kannst du auch auf andere Abstände stoßen, beispielsweise 3,5 mm, 4,5 mm oder 7 mm.

Deshalb lohnt sich beim Kauf eines Journals tatsächlich ein Blick in die Produktbeschreibung. Nur weil irgendwo „Dotted“ steht, bedeutet das nicht automatisch 5-mm-Raster

 

7. Abstand zwischen den Punkten richtig verstehen

Wenn ein Hersteller beispielsweise 5 mm Dot Grid angibt, bedeutet das:

Von Punkt zu Punkt = 5 mm.

Nicht der Punkt selbst ist 5 mm groß. 😂

Das klingt selbstverständlich, sorgt am Anfang aber tatsächlich manchmal für Verwirrung.

Bei einem 5-mm-Raster gilt damit:

1 Rasterabstand = 0,5 cm
2 Rasterabstände = 1 cm
4 Rasterabstände = 2 cm
10 Rasterabstände = 5 cm
20 Rasterabstände = 10 cm

Das ist beim Planen unglaublich praktisch.Du musst irgendwann kaum noch mit Zentimetern rechnen. Du denkst eher:

„Meine Box soll acht Punkte breit werden.“ Und zählst einfach dein Raster ab.
 

8. Welche Farbe sollten die Punkte haben?

Auch hier unterscheiden sich Journals. Manche haben ziemlich dunkle Punkte, andere sehr helle graue oder beigefarbene. 
Ich persönlich würde für ein Bullet Journal eher ein dezentes Raster wählen. 
Die Punkte sollen dir schließlich beim Gestalten helfen – und nicht später die Hauptrolle auf deiner Seite übernehmen. 😅

Sehr helle Punkte haben allerdings ebenfalls einen kleinen Nachteil: Bei schlechtem Licht können sie schwerer zu erkennen sein. 
Am angenehmsten finde ich deshalb ein Raster, das gut sichtbar, aber nicht dominant ist.

 

9. DIN A4, A5, A6 – was bedeutet das eigentlich?

Neben dem Raster spielt natürlich auch die Größe deines Journals eine Rolle.

Die DIN-A-Formate haben feste Maße:

Format.....Maße in mm.....Maße in cm

  • A3.....297 × 420 mm.....29,7 × 42,0 cm
  • A4.....210 × 297 mm.....21,0 × 29,7 cm
  • A5.....148 × 210 mm.....14,8 × 21,0 cm
  • A6.....105 × 148 mm.....10,5 × 14,8 cm

Das Schöne am DIN-System:

Wenn du ein Blatt halbierst, erhältst du das nächste Format:

  • Aus A4 werden also zwei A5-Seiten.
  • Aus A5 werden zwei A6-Seiten.

 

10. Wie viele Punkte hat ein Bullet Journal?

Und jetzt kommt die kleine Gemeinheit:

Das kann man anhand der Angabe „A5“ allein nicht exakt sagen.

Denn die Anzahl der tatsächlich gedruckten Punkte hängt davon ab,

  • welchen Rasterabstand der Hersteller verwendet,
  • wie groß der Rand ist,
  • wo das Raster beginnt und endet,
  • ob die Buchseiten tatsächlich exakt DIN A5 groß sind.
    Viele sogenannte A5-Journals sind außerdem nur ungefähr A5.
    Deshalb können zwei A5-Bullet-Journals unterschiedlich viele Punkte haben.

Bei einem theoretischen 5-mm-Raster ohne Seitenrand kannst du dich ungefähr an diesen Größen orientieren:

Format - Seitengröße - 5-mm-Raster ungefähr

A4 - 21 × 29,7 cm - ca. 42 Rasterabstände breit × 59 hoch

A5 - 14,8 × 21 cm - ca. 29 Rasterabstände breit × 42 hoch

A6 - 10,5 × 14,8 cm - ca. 21 Rasterabstände breit × 29 hoch

Wichtig:

Rasterabstände sind nicht automatisch gleichbedeutend mit der sichtbaren Anzahl der Punkte.

Zwischen beispielsweise 10 Punkten liegen nur 9 Abstände. 
Deshalb solltest du für ein konkretes Journal nicht einfach irgendeine Tabelle aus dem Internet übernehmen.

Wenn du wirklich wissen möchtest, wie viele Punkte dein Journal hat:

  • Einmal zählen.

Ja. Leider. 😂

Aber du musst es nur einmal machen. Schreib dir die Anzahl am besten hinten ins Journal. Dann weißt du beim Planen deiner Layouts immer, womit du arbeiten kannst. 

Beispiel: Eine A5-Seite aufteilen:

Nehmen wir an, dein Journal hat auf einer Seite ungefähr 28 nutzbare Rasterabstände in der Breite.

Du möchtest daraus sieben gleich große Bereiche für Montag bis Sonntag machen.

Dann kannst du rechnen:

28 ÷ 7 = 4

Jeder Tag bekommt vier Rasterabstände. Und genau hier zeigt sich, warum diese kleinen Punkte so praktisch sind. 
Du musst nicht ständig dein Lineal anlegen und Zentimeter ausmessen.

Du zählst einfach:

1 – 2 – 3 – 4. Linie.

Nächster Bereich.
 

11. Seiten halbieren – der kleine BuJo-Trick

Wenn du häufig Layouts gestaltest, lohnt es sich herauszufinden, wo genau die Mitte deiner Seite liegt.

Dasselbe kannst du für Drittel und Viertel machen. Manche Bullet Journals besitzen dafür sogar kleine zusätzliche Markierungen am Seitenrand. Falls deins das nicht hat, kannst du dir hinten im Journal einen kleinen Spickzettel anlegen:

Meine Seite

Breite: ___ Rasterabstände
Höhe: ___ Rasterabstände

Hälfte: ___
Drittel: ___
Viertel: ___

Damit musst du nicht jedes Mal von vorne rechnen.

Und glaub mir:

Irgendwann kennst du dein Journal sowieso auswendig. 😂

 

12. Welches Raster würde ich Anfängern empfehlen?

Wenn du gerade erst mit Bullet Journaling anfängst und überhaupt noch nicht weißt, was dir liegt:

Nimm ein 5-mm-Dotted-Grid. Nicht weil man damit ein „richtiges“ Bullet Journal führen muss. Sondern weil es einfach ein sehr angenehmer Mittelweg ist.

Du kannst damit:

  • gerade schreiben
  • Kästchen zeichnen
  • Abstände zählen
  • Seiten halbieren
  • Tabellen bauen
  • Tracker erstellen
  • Doodles platzieren
  • Überschriften ausrichten
  • symmetrische Layouts planen

… und trotzdem sieht deine Seite nicht aus wie ein Matheheft. 😅

12. Und was ist jetzt das beste Papier?

Ganz einfach:

  • Das, mit dem du gerne arbeitest.
  • Du darfst dein Bullet Journal blanko führen.
  • Du darfst Linien benutzen.
  • Du darfst kariertes Papier nehmen.
  • Du darfst Dotted Grid verwenden.

Du kannst sogar verschiedene Varianten miteinander kombinieren. Dotted Grid ist keine Regel des Bullet Journalings. 
Es ist einfach ein ziemlich geniales Hilfsmittel. Die Punkte schreiben dir nämlich nicht vor, wie deine Seite aussehen muss.

Sie helfen dir nur dabei, sie so hinzubekommen, wie du sie gerne hättest. ❤️

Und nach ein paar Seiten passiert sowieso etwas Lustiges:

Am Anfang siehst du überall Punkte.

Später siehst du sie eigentlich gar nicht mehr.

Du benutzt sie einfach automatisch.

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