Kritzelbasics - Monat

Monthly Spread für Anfänger

Dein Monat auf einen Blick

Wenn du gerade erst mit dem Bullet Journaling anfängst, klingt „Monthly Spread“ erst einmal wieder nach so einem dieser Begriffe, bei denen alle anderen offenbar ganz genau wissen, was gemeint ist. 😅 Dabei steckt dahinter eigentlich etwas ziemlich Einfaches: Der Monthly Spread ist deine Monatsübersicht. Also die Stelle in deinem Bullet Journal, an der du einen ganzen Monat auf einen Blick sehen kannst.

Und direkt vorweg: Es gibt nicht DEN richtigen Monthly Spread. Du musst weder 31 hübsche Kästchen zeichnen noch deinen Monat auf zwei Seiten quetschen, nur weil das auf Pinterest so schön aussieht. Entscheidend ist vielmehr, wofür du deine Monatsübersicht benutzen möchtest. Denn davon hängt ab, wie viel Platz du tatsächlich brauchst.

 

Was ist ein Monthly Spread überhaupt?

Ein Monthly Spread – auf Deutsch einfach Monatsübersicht oder Monatsplanung – gibt dir einen Überblick über die Dinge, die in einem bestimmten Monat anstehen. Das können Termine sein, Geburtstage, Urlaub, Arbeitszeiten, Veranstaltungen, Fristen, Verabredungen oder auch Dinge, die du dir für diesen Monat vorgenommen hast.

Im Gegensatz zu deinem Weekly Spread geht es hier normalerweise nicht darum, jeden einzelnen Tag komplett durchzuplanen. Die Monatsübersicht ist eher dein Blick von oben. Du möchtest beispielsweise sehen können: „Ah, am 12. habe ich einen Termin, am Wochenende danach sind wir unterwegs und Ende des Monats muss ich noch an diese eine Sache denken.“

Genau deshalb solltest du dir überlegen, wie viele Informationen du dort überhaupt unterbringen möchtest, bevor du anfängst, irgendwelche Kästchen auszurechnen.

Wenn du nur Termine eintragen möchtest, brauchst du erstaunlich wenig Platz. Möchtest du dagegen Termine, Arbeitszeiten, Geburtstage und kleine Notizen direkt in den einzelnen Tagen unterbringen, dürfen deine Tagesfelder deutlich größer werden.

 

Muss eine Monatsübersicht wie ein Kalender aussehen?

Nein. Und das ist tatsächlich eine der wichtigsten Sachen, die man als Anfänger wissen sollte.

Natürlich kannst du einen klassischen Kalender zeichnen. Montag bis Sonntag nebeneinander, darunter vier, fünf oder manchmal sechs Wochenreihen. Das ist wahrscheinlich die bekannteste Variante eines Monthly Spreads.

Aber du kannst deinen Monat genauso gut als einfache Liste gestalten.

Dann stehen beispielsweise links die Zahlen von 1 bis 31 untereinander und daneben der jeweilige Wochentag. Hinter jedem Datum bleibt Platz für Termine oder kurze Notizen. Das ist wesentlich schneller aufgebaut und braucht deutlich weniger Rechnerei.

Gerade wenn du deine Monatsübersicht hauptsächlich für Termine verwendest, kann so eine Liste sogar praktischer sein als ein klassischer Kalender.

Und dann gibt es natürlich noch sämtliche Zwischenformen. Du kannst beispielsweise einen kleinen Kalender mit einer zusätzlichen Notizfläche kombinieren oder nur die wichtigsten Termine im Kalender eintragen und daneben Platz für „Diesen Monat“, „Nicht vergessen“ oder Ähnliches lassen.

Dein Monthly muss also nicht aussehen wie der Wandkalender aus der Küche. 😅

 

Horizontal oder vertikal?

Auch hier kommt es darauf an, wie dein Kopf Informationen am liebsten verarbeitet.

Bei einer horizontalen Monatsübersicht laufen die Tage beziehungsweise Wochen eher von links nach rechts. Das kann beispielsweise praktisch sein, wenn du deinen Monat wie eine kleine Timeline betrachten möchtest. Du hast viel Platz in der Breite und kannst Termine schön hintereinander anordnen.

Eine vertikale Monatsübersicht läuft dagegen stärker von oben nach unten. Besonders die Listenvariante funktioniert so wunderbar: Datum links, Informationen rechts daneben.

Beim klassischen Monatskalender spielen horizontal und vertikal etwas weniger eine Rolle, weil du sowieso mit einem Raster arbeitest. Interessant wird es dort eher bei der Frage, wie breit und hoch deine einzelnen Tagesboxen werden.

Und genau da passiert der typische Anfängerfehler: Man zeichnet zuerst einen wunderschönen Kalender und merkt beim ersten Termin, dass in das Kästchen ungefähr „Zahna…“ passt. 😂

 

Wie groß müssen die Boxen sein?

Bevor du deinen Kalender zeichnest, überlege dir ganz konkret, was später in einem Tagesfeld stehen soll.

Wenn dort lediglich ein kleines Symbol, eine Zahl oder ein sehr kurzer Termin eingetragen wird, können die Boxen relativ klein bleiben. Möchtest du dagegen mehrere Termine oder kleine Notizen eintragen, brauchst du entsprechend mehr Platz.

Bei einem Dotted Grid mit dem üblichen 5-mm-Punktraster kannst du wunderbar in Punkten beziehungsweise Kästchen rechnen.

Vier Kästchen entsprechen ungefähr 2 cm, sechs Kästchen ungefähr 3 cm und acht Kästchen ungefähr 4 cm.

Damit kannst du schon ziemlich gut abschätzen, was für dich funktioniert.

Ein Tagesfeld mit etwa 2 cm Höhe reicht für einen kurzen Eintrag. Bei ungefähr 3 cm bekommst du schon zwei oder drei kleine Zeilen unter. Und wenn du wirklich innerhalb deiner Monatsübersicht planen möchtest, dürfen es ruhig noch größere Felder sein.

Mach dir dabei ruhig einmal einen kleinen Test am Ende deines Journals. Zeichne eine Box in der geplanten Größe und schreibe dort beispielsweise „14:30 Zahnarzt“ hinein. Dann siehst du sofort, ob das realistisch ist.

Das ist wesentlich zuverlässiger als irgendeine perfekte Zentimeterangabe aus dem Internet.

 

Das kleine Matheproblem mit den sieben Tagen

Bei einem klassischen Kalender möchtest du normalerweise sieben Tage nebeneinander unterbringen. Und genau hier musst du ein bisschen rechnen.

Zähle zuerst, wie viele Kästchen beziehungsweise Punkte dir auf deiner Seite tatsächlich zur Verfügung stehen. Diese Anzahl teilst du ungefähr durch sieben.

Du musst dabei übrigens nicht auf Teufel komm raus sieben exakt gleich große Kästchen hinbekommen. Wenn am Ende ein oder zwei Kästchen übrig bleiben, kannst du diese wunderbar als Rand verwenden oder die äußeren Abstände etwas größer gestalten.

Wichtig ist vielmehr, dass du vor dem Zeichnen einmal komplett durchzählst.

Denn nichts ist ärgerlicher, als Montag bis Samstag wunderschön eingezeichnet zu haben und dann festzustellen, dass Sonntag ungefähr 4 Millimeter breit werden müsste. 😂

 

Und wie viel Höhe brauche ich?

Ein Monat besteht kalendarisch nicht einfach immer aus vier hübschen Wochen. Je nachdem, auf welchen Wochentag der Monat beginnt und endet, kann deine Kalenderansicht fünf oder sogar sechs Wochenzeilen benötigen.

Das solltest du unbedingt berücksichtigen.

Wenn du also einen klassischen Monatskalender planst, schaust du am besten vorher kurz nach, auf welchen Wochentag der 1. fällt und wie viele Wochenreihen du tatsächlich darstellen musst.

Erst danach verteilst du den verfügbaren Platz.

Das klingt komplizierter, als es ist. Im Grunde entscheidest du nur: Wie viel Platz habe ich auf meiner Seite, wie viele Reihen brauche ich und wie groß dürfen meine Tagesfelder deshalb werden?

 

Eine Seite oder eine Doppelseite?

Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Entscheidungen bei deinem Monthly Spread.

Eine einzelne Seite reicht völlig aus, wenn du hauptsächlich eine Übersicht möchtest. Ein kleiner Kalender, ein paar Termine und vielleicht noch ein Bereich für wichtige Dinge des Monats lassen sich dort wunderbar unterbringen.

Wenn dein Monthly allerdings wirklich deine zentrale Planung für den ganzen Monat werden soll, ist eine Doppelseite meistens angenehmer.

Plötzlich hast du deutlich mehr Platz und musst deine Tagesfelder nicht winzig machen. Du kannst außerdem zusätzliche Bereiche unterbringen, beispielsweise für wichtige Termine, Geburtstage, Ziele, Notizen oder Dinge, die du nicht vergessen möchtest.

Aber auch hier gilt: Nur weil du zwei Seiten zur Verfügung hast, musst du sie nicht komplett vollmachen.

Weißraum ist kein verschwendeter Platz.

Gerade am Anfang neigt man dazu, jede freie Ecke noch mit irgendeinem Tracker, einer Box oder einer Dekoration zu füllen. Und drei Wochen später fragt man sich, wofür man eigentlich die Hälfte davon angelegt hat. 😅

 

Kalender oder Liste – was ist besser?

Wenn du deinen Monat gerne bildlich vor dir siehst, würde ich einen klassischen Kalender ausprobieren. Du erkennst sofort, welche Termine nah beieinander liegen, wann ein Wochenende kommt und welche Wochen besonders voll sind.

Wenn du dagegen hauptsächlich wissen möchtest, was wann passiert, kann eine einfache Liste deutlich angenehmer sein.

Du könntest beispielsweise den Monat über eine komplette Seite laufen lassen. Links stehen Datum und Wochentag und rechts daneben hast du eine Zeile für deinen Eintrag.

Das ist schnell gezeichnet, leicht zu verändern und vor allem anfängerfreundlich.

Es gibt übrigens keinen Bullet-Journal-Orden dafür, jeden Monat 31 Kästchen mit dem Lineal gezeichnet zu haben. 😅

Du kannst deinen Monthly auch aufteilen

Eine sehr praktische Möglichkeit ist ein Mix aus mehreren Bereichen.

Du kannst beispielsweise einen kleineren Kalender verwenden, in dem nur wichtige Termine markiert werden. Daneben oder darunter hast du eine größere Fläche für ausführlichere Notizen.

Dadurch muss nicht jeder einzelne Tag riesig werden.

Du könntest im Kalender beispielsweise nur „Arzt“, „Geburtstag“ oder „Urlaub“ eintragen und die genaueren Informationen an einer anderen Stelle notieren.

Das funktioniert besonders gut, wenn du dein Monthly eher als Orientierung verwendest und die eigentliche Tagesplanung später in deinen Weeklys stattfindet.

 

Was gehört überhaupt in eine Monatsübersicht?

Das entscheidest tatsächlich nur du.

Eine Monatsübersicht kann ausschließlich aus einem Kalender bestehen. Sie kann aber genauso einen kleinen Bereich für wichtige Termine, Geburtstage, Aufgaben oder persönliche Vorhaben enthalten.

Was ich gerade als Anfänger nicht machen würde: sämtliche Tracker direkt mit in den Monthly quetschen, nur weil man irgendwo gesehen hat, dass das offenbar dazugehört.

Habit Tracker, Mood Tracker, Schlaftracker, Wassertracker und ähnliche Dinge können eigene Seiten bekommen – und sie müssen überhaupt nicht vorhanden sein.

Deine Monatsübersicht sollte in erster Linie dafür sorgen, dass du deinen Monat besser überblickst. Wenn du vor lauter zusätzlichen Bereichen den eigentlichen Kalender kaum noch findest, läuft irgendetwas schief. 😅

 

Plane erst mit Bleistift

Gerade beim ersten Monthly würde ich wirklich erst einmal mit Bleistift arbeiten.

Markiere dir ganz leicht, wo deine Boxen hinkommen sollen. Schreibe vielleicht sogar probeweise ein paar typische Termine hinein. Erst wenn du merkst, dass die Aufteilung funktioniert, gehst du mit deinem Fineliner darüber.

Und falls du dich verrechnest? Dann hast du dich eben verrechnet.

Willkommen im Bullet Journal. 😂

Du wirst ziemlich schnell merken, welche Aufteilung zu dir passt. Vielleicht stellst du nach deinem ersten Monat fest, dass deine Tagesboxen viel zu groß waren. Dann machst du sie nächsten Monat kleiner. Vielleicht waren sie zu klein. Dann bekommen sie mehr Platz.

Genau dafür ist ein Bullet Journal schließlich da: Du baust dir deinen Kalender so, wie du ihn brauchst.

Dein erstes Monthly muss nicht perfekt sein

Für den Anfang würde ich deshalb gar nicht versuchen, direkt den ultimativen Monthly Spread zu bauen.

Entscheide zuerst, wofür du ihn verwenden möchtest. Überlege anschließend, ob du Informationen lieber als Kalender oder als Liste siehst. Dann schaust du, wie viel Platz du tatsächlich zum Schreiben brauchst.

Und erst danach kommt die Gestaltung.

Denn die hübscheste Monatsübersicht bringt dir herzlich wenig, wenn du später keinen Platz hast, um deinen Zahnarzttermin hineinzuschreiben. 😅

Nach zwei oder drei Monaten wirst du wahrscheinlich sowieso anfangen, deine Aufteilung anzupassen. Genau dabei entsteht irgendwann dein Monthly Spread – nicht der von Pinterest, nicht der aus irgendeinem Tutorial und auch nicht der, von dem irgendjemand behauptet, dass man ihn unbedingt so machen müsste.

Wenn du am Ende des Monats draufschauen kannst und sofort weißt, was wann los war und was noch ansteht, dann funktioniert deine Monatsübersicht.

Mehr muss sie eigentlich gar nicht können. ❤️

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