
Bullet Journal
Welches Papier
Papier ist nicht gleich Papier – worauf es beim Bullet Journal ankommt
Wer mit einem Bullet Journal anfängt, beschäftigt sich meistens zuerst mit schönen Stiften, Farben, Stickern und natürlich jeder Menge Ideen für die ersten Seiten. Das Papier? Ist halt Papier … oder?
Nicht ganz. 😄

Denn spätestens wenn der erste Marker auf der Rückseite durchscheint oder die Tinte sogar auf der nächsten Seite landet, merkt man ziemlich schnell: Die Papierqualität kann beim Bullet Journaling einen gewaltigen Unterschied machen.
Was bedeutet eigentlich g/m²?
Bei Notizbüchern findest du häufig Angaben wie 80 g/m², 120 g/m² oder 160 g/m². Diese Zahl beschreibt das Flächengewicht des Papiers.
Ganz vereinfacht gesagt:
80–100 g/m²: eher dünnes Papier
120 g/m²: ein schöner Mittelweg für viele Stifte
140–160 g/m²: kräftiges Papier, das auch mit vielen Markern und stärkeren Farben gut zurechtkommt
Je höher die Grammatur ist, desto dicker und meist auch weniger durchscheinend fühlt sich das Papier an.
Aber: Eine hohe Grammatur allein macht noch kein gutes Bullet-Journal-Papier.
Auch die Oberfläche, Beschichtung und Saugfähigkeit des Papiers spielen eine Rolle.
Ghosting – wenn man die Schrift durch die Seite sieht
Vielleicht kennst du das: Du schreibst auf einer Seite und auf der Rückseite kannst du deine Schrift oder Zeichnung noch leicht erkennen.
Das nennt man Ghosting.
Dabei ist die Farbe nicht wirklich durch das Papier gedrungen – man sieht sie lediglich hindurch.
Bei dünnem Papier ist das ziemlich normal. Ob es einen stört, ist Geschmackssache. Manche mögen sogar den typischen, etwas „benutzten“ Look eines vollgeschriebenen Bullet Journals.
Wer seine Seiten dagegen gerne einzeln gestaltet und möglichst wenig von der vorherigen Seite sehen möchte, sollte eher zu stärkerem Papier greifen.
Bleeding – wenn die Farbe wirklich durchkommt
Etwas anderes ist Bleeding.
Hier zieht die Farbe tatsächlich durch das Papier und ist auf der Rückseite sichtbar oder landet im schlimmsten Fall sogar auf der nächsten Seite.
Besonders alkoholbasierte Marker sind dafür bekannt. Selbst sehr dickes Papier kann ihnen nicht immer standhalten.
Bei wasserbasierten Brushpens, Finelinern oder normalen Filzstiften sieht es dagegen meist deutlich besser aus – vor allem bei hochwertigem, etwas stärkerem Papier.
Auch die Oberfläche ist wichtig
Gerade wenn du gerne mit Brushpens arbeitest, lohnt sich ein Blick auf die Papieroberfläche.
Sehr raues Papier kann dafür sorgen, dass empfindliche Pinselspitzen schneller ausfransen. Glatteres Papier lässt Brushpens dagegen angenehm über die Seite gleiten und schont die Spitzen.
Auf sehr glattem oder stark beschichtetem Papier kann Tinte allerdings wiederum etwas länger zum Trocknen brauchen.
Es gibt also nicht das eine perfekte Papier für alle.
Welche Papierstärke eignet sich fürs Bullet Journal?
Das hängt vor allem davon ab, was du mit deinem BuJo machen möchtest.
Wenn du hauptsächlich schreibst, Fineliner verwendest und nur kleine Doodles zeichnest, kann bereits Papier um 100–120 g/m² völlig ausreichend sein.
Arbeitest du viel mit Brushpens, kräftigen Farben, Stempeln oder aufwendigeren Doodles, sind 120–160 g/m² häufig angenehmer.
Und wenn du deine Seiten richtig intensiv gestaltest, lohnt sich ein Bullet Journal mit besonders kräftigem Papier.
Dabei solltest du aber bedenken: Dickes Papier bedeutet auch dickere Seiten. Dadurch passen bei gleicher Buchgröße weniger Seiten in ein Journal.
Mein Tipp: Mach einen Stiftetest!
Bevor du voller Motivation deine erste Monatsübersicht gestaltest, schnapp dir am besten eine der hinteren Seiten deines Bullet Journals und teste deine Lieblingsstifte.
Zieh ein paar Linien, male kleine Flächen aus und schreibe die Namen der Stifte daneben.
Danach einfach umblättern und schauen:
Scheint etwas durch? Bluten die Farben aus? Drückt sich der Stift ins Papier? Wie schnell trocknet die Farbe?
So weißt du direkt, welche deiner Stifte du bedenkenlos verwenden kannst.
Und ganz nebenbei entsteht hinten im Bullet Journal eine kleine persönliche Stifte-Testseite. 😊
Am Ende zählt, womit du gerne arbeitest
Ein Bullet Journal mit 160-g/m²-Papier ist nicht automatisch „besser“ als eines mit 120 g/m².
Manche lieben dicke, fast kartonartige Seiten. Andere mögen dünneres Papier, weil sich das Journal dadurch leichter durchblättern lässt und mehr Seiten hinein passen.
Das Wichtigste ist deshalb nicht die größte Zahl auf der Verpackung, sondern dass Papier, Stifte und deine Art zu journaln zusammenpassen.
Denn dein Bullet Journal soll am Ende vor allem eines sein:
Ein Ort, an dem du gerne kritzelst. ❤️